Wie man preiswert an Grundstücke kommt.

Die Miet- und Kaufpreise für Wohnraum in Berlin steigen. Dies ist eine erfreuliche Entwicklung, denn nur bedingt durch die Teilung der Stadt, waren die Preise so niedrig. Während im sozialistischen Osten kein Mietmarkt existierte wurden in West-Berlin die Mietpreise durch den Senat künstlich niedrig gehalten. Die Insellage sorgte für niedrige Grundstückspreise.

Nun ist die Gentrifizierungsdebatte so lang wie langweilig. Denn mit den einigen echten und den vielen vermeintlichen Künstlern verhält es sich so: Man muss etwas anbieten, was den anderen zusagt. Das so etwas funktioniert zeigt die Holzmarkt Genossenschaft, die im Wettbewerb um ein Grundstück in attraktiver Lage schlicht das meiste Geld einsammelte und auf den Tisch legte. Somit waren also augenscheinlich mehr als genug Menschen von den Ideen der Holzmarkt Genossenschaft überzeugt.

Die KultWache RathausStern ist dann das entsprechende negative Beispiel. Diese wollen laut Tagesspiegel eine alte Polizeiwache in Berlin-Lichtenberg haben um dort ihre „Projekte“ zu verwirklichen. Ziel hierbei ist: „Wir wollen etwas verändern im Kiez und Wohnraum dem Privatmarkt entziehen.“. Nun kann schlussendlich jeder mit seinem Eigentum machen was er will, aber um dieses Ziel zu erreichen will die KultWache RathausStern das Grundstück nicht etwas in einem Bieterverfahren erwerben, sondern geht beständig Klinken von Politikern putzen um sich eben jenem Verfahren nicht stellen zu müssen. Die Initiative möchte das Grundstück maximal zum Verkehrswert haben und meint, dass das Konzept wichtiger sei als der Preis. Und zumindest einen Teil der Politik scheint die Initiative damit zu beeindrucken. Laut Tagesspiegel sagt Andreas Prüfer von den Linken: „Ich unterstütze das Projekt außerordentlich. Am liebsten wäre mir eine Direktvergabe an die Initiative.“

Das hinter der KultWache RathausStern Geschäftsinteressen stehen merkt man an dem Satz: „das Projekt soll sich über die Mieten und Kredite finanzieren“. Und so wird man halt Vermieter und bekommt das Grundstück als Schnäppchen: Man klebt sich den Namen „Initiative“ auf, verwendet das richtige Vokabular und geht im linken Milieu hausieren. Wäre der Eigentümer des Grundstücks ein Privater, stehe es ihm natürlich frei zu entscheiden nach welchen Kriterien er es verkauft, denn den finanziellen Vor- oder Nachteil trägt er selbst. Ebenso wir den persönlichen nicht monetären Mehrwert, den er aus einem niedrigeren Verkaufspreis erzieht. Wird ein Grundstück vom Staat verkauft müssen alle den Schaden tragen und einige wenige haben hieraus ein Gewinn.

Diese Vorfall erinnert mich an eine Schildern die in Jan Fleischauers Buch „Unter Linken“ steht. Dieser war als Journalist in einem ehemaligen besetzten Haus in bester Lage in Hamburg. Diese Häuser gingen irgendwann weit unter dem Wert an die Besetzer. Diese haben sich nach Außen als ein alternativen Kollektiv mit Kollektiventscheidungen und runtergekommener Fassade. Interessant sind zwei Punkte:

  • Dieses Kollektiv ist nicht offen nach außen, denn kein Fremder darf das Grundstück betreten.
  • Laut Jan Fleischauer sind die Wohnungen recht bürgerlich mit abgezogenen Dielen und und Waschmaschine von Miele.

Auch hier wurden Grundstücke mit einem hohen Wert zum Schaden der Allgemeinheit und dem Nutzen einiger weniger abgegeben.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Innocence of Pussys und Riots of Muslims

Was wiegt schwerer, die Meinungsfreiheit oder die Achtung vor religösen Gefühlen? Die Fälle Pussy Riot in Russland und der Film Innocence of Muslims spannen hierbei mit vielen Gemeinsamkeiten das Spektrum der möglichen Antworten auf.

Verfolgung und Tod

Wer in Russland die falschen Personen zum falschen Zeitpunkt kritisiert landet schnell in Sibirien wie Michail Chodorkowski oder unter der Erde wie Anna Politkowskaja und Alexander Litwinenko. Seit der erneuten Rochade zwischen Putin und Medwedew flammen immer wieder Proteste in der russischen Bevölkerung auf, die in ihrem Land keine Demokratie sondern ein unfreies Land mit Putin als dem Zaren gleichen Herrscher sehen. Die Strukturen hinter dern Machthaber sind undurchsichtig. Der Kremel und die Oligarchen scheinen einen Macht erhaltenden Komplex zu bilden.

In der arabischen Welt werden Christen seit je her unterdrückt. Hier hilft auch alle Geschichtsklitterung vom damals so toleranten Islam nichts. Dies trifft zwar im Vergleich zur damaligen Zeit zu, was jedoch damals als tolerant galt wäre nach heutigen Maßstäben schwerster Verstoß gegen die Menschenrechte. Christen und Juden sind in islamischen Staaten Dhimmis, Schutzbefohlene denen nichts getan werden darf, die aber immer Bürger zweiter Klasse bleiben. Weltliche Dikatoren wie Gaddafi, Hussein, Mubarak und Assad hielten und halten den Daumen auf Islamisten. Seit den als „Islamischer Frühling“ verklärten Umwälzungen in den arabischen Ländern ist dieser Daumen weg und die Islamisten machen (entgegen der islamischen Regeln) klar Schiff und rotten Christen und Juden aus.

Sowohl die Mitglieder von Pussy Riot als auch der Macher hinter Innocence of Muslims handeln somit aus ihrer eigenen Erfahrung der Verfolgung und der allgegenwärtig vorhandenen Gefahr ermordet zu werden. Beide suchen und finden für sich einen Teil der Erklärung für diese Zustände in der Religion.

Primitive Darbietung

Innocence of Muslims ist vor allem eins: Ein schlechter Film. Die schauspielerische Leistung ist schlecht, die Regie ist schlecht, der Schnitt ist schlecht, die Kulisse ist schlecht und die Dialoge sind schlecht. Der Film spricht zwar Kritikpunkte am Islam und insbesondere seinem Propheten Mohammed an (Kindfrau Aischa, Massaker an den Banu Quarazia), allerdings sind die Kritikpunkte hinlänglich bekannt und an vielen Orten wesentlich besser aufbereitet als in dem Film. Spricht man einen gläubigen, frommen und modernen Moslem auf die Punkte an ist die Antwort: „Man muss das im Kontext der Zeit betrachten. Niemand würde heute mehr eine 6-jährige Heiraten oder einen Stamm niedermetzeln“. Ausnahme hiervon sind Salafisten, die wie vor 1400 Jahren Leben wollen, gegen die sich die allermeisten Moslems aber abgrenzen.

Pussy Riot ist vor allem eins: Eine schlechte Band. Die Musik ist einfachster Punkrock, die Texte weder originell noch anspruchsvoll, die Tanzperformance ist schlecht und die gestrickten Gesichtsmasken albern. Das Foto der maskierten Musikerinnen vermittelt vor allem: Diskussionen werden anstrengend und dumpf. Sie erzählen einem nichts, was man nicht aus wesentlich besseren Quellen weiß und man wird den Verdacht nicht los, dass die Auftritte zu einem nicht unerheblichen Teil das Ziel haben sich selbst bekannter zu machen. Recht klares Ziel auch hier: Geld. Denn von irgendwas will der linke Aktivist auf leben.

Religöse Gefühle

Der Ambo in der Christ-Erlöser-Kathedrale ist den Gläubigen heilig und darf nur von wenigen betreten werden. Durch ihre Darbietung haben Pussy Riot nicht nur den Ambo zum Teil entweiht sondern auch die Gläubigen vor dem Kopf gestoßen und diese in eine Generalhaftung genommen. Verständlich, dass hier die Gläubigen sauer sind.

Der Macher von Innocence of Muslims sucht die Erklärung für die Gewalt gegen Christen in arabischen Ländern im Islam und findet ihn für sich bei Mohammed. Auch hier werden alle Gläubigen in eine Generalhaftung genommen. Auch hier sind die Gefühle verständlich. Darüber hinaus sehen Islamisten wieder einen Vorwand ihre Vorstellungen einer Dhimmi freien Umma zu realisieren.

Reaktionen im Westen

Wirklich spannend wird das ganze wenn man die Reaktionen im Westen anschaut. Bereits beim Karikaturen-Streit konnte man in der Tendenz beobachten das politisch Linke die religösen Gefühle über Meinungsfreiheit stellten, während politisch rechte die Meinungsfreiheit in Gefahr sahen. Ähnlich auch bei Innocence of Muslims, wo sogar Verbote einer Aufführung diskutiert werden. Bei Pussy Riot ist die Argumentation in der Tendenz genau spiegelverkehrt. Hier halten Linke mit einmal die Meinungsfreiheit hoch und Rechte beschäftigen sich mit verletzten religösen Gefühlen. Beide Seiten scheinen somit kein geschlossenes Weltbild zu haben sondern machen das Recht auf freie Meinungsäußerung von der politischen Einstellung und den Grat an Beleidigungen die ein Gläubiger zu ertragen hat von der Religion abhängig.

Beide Argumentationen sind Ausdruck viel tiefer liegender Einstellungen gegenüber den arabischen Staaten im speziellen und der islamischen Welt im Allgemeinen. Die Sorge um die religösen Gefühle der Christen ist beim Rechten echt, denn viel muss der Christ durch die Titanic und Künstler ertragen, die es für originell halten ein Kreuz in ein Glas mit Urin zu stecken. Den Moslem versteht er als Fremdkörper und Bedrohung für seines chistlich-jüdisch geprägtes Abendlandes. Der Linke hingegen speißt sein Weltbild aus einer merkwürdigen Kombination von Faszination des Naturzustandes nach Rousseau und kolonialistischem Denken. Er betrachtet die „People of Color“ im Kern als Primitvlinge, die mit der westlichen Zivilistation nicht klar kommen und von daher schnell an die Decke gehen und als wütender Mob menschen umbringt. Gleichzeitig sieht er darin den so heiß geliebten Naturzustand und glaubt die Verdorbenheit der westlichen Welt zu sehen.

Fazit

Sowohl der Macher von Innocence of Muslims als auch die Sängerinnen von Pussy Riot haben legitime Ziele. Der eine weist auf die Verfolgung in einem Heimatland hin, die anderen auf Defizite in ihrem Land. Beides sind wichtige Punkte. Beide wählten jedoch Formen die als zweifelhaft anzusehen sind. Die Diskussion im Westen verläuft primär entlang allseits bekannter Fronten und bringt auch für die Tiefenanalyse der einzelnen Lager keine Erkenntnisse.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

Journalisten und Wissenschaft

Eine Interessant Auswertung von Quellen betrieb neulich Tilmann Warnecke, Schreiber beim Tagesspiegel. In seinem Artikel mit dem Titel „Mädchen sollen harmlose Prinzessinnen sein“ thematisiert er die nach seiner Ansicht nach zu häufige Verwendung der Farbe Rosa für Mädchen und sieht darin eine Rückentwicklung im Bezug auf Emanzipation und Gleichberechtigung.

Auf das ideologische Fundament und Gerüst des Artikels möchte ich hier gar nicht eingehen. Interessant ist jedoch, wie Herr Wernecke mit wissenschaftlichen Quellen umgeht. So bedauert er nämlich, dass von „Entwicklungspsychologen“ angefertigte Studien „kaum durchdringen“. Hingegen werden aufgrund eines von ihm postulierten Zeigeists „angeblich immer neue Beweise“ von „Neuro- und Verhaltensforscher[n]“ beachtet. Während also die ihm ideologische genehmen Ergebnisse der Erziehungspsychologen einfach keine Beachtung finden, sind die Ergebnisse der Neuro- und Verhaltenforscher einfach nur „angeblich“.

Da fragt man sich natürlich: Wer glaub Herr Warnecke zu sein, als Journalist und fachlicher Laie über die Richtigkeit und Angeblichkeit von Peer-Reviewten Forschungsveröffentlichungen zu entscheiden.

Dies fragte ich mich auch und stelle diese Frage. Leider wurde der Kommentar seitens des Tagesspiegels nicht frei geschaltet. Kritik daran, dass jemand der Geschichte und Theaterwissenschaften studiert hat meint Entscheiden zu können ob eine Veröffentlichung eines Psychologen, Verhaltensforschers oder Neuroforschers nun richtig oder falsch ist, scheint nicht gewünscht zu sein.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Die 13 Kleinen beim RBB

Ich möchte gerade mal meine Eindrücke zur Vorstellung der 13 kleinen bei Klipp und Klar auf dem RBB loswerden. Als erstes traten die Piraten auf. Obwohl ich immer noch ihren Punkten im Bezug auf Datenschutz und in großen Teilen der Netzpolitik zustimme, finde ich es schade, dass sie den Leerraum um ihr Kernthema mit neo-sozialistischem Gedankengut und Konzepten gefüllt haben.

Die Deutsche Konservative glänzte nicht sonderlich. Ihr Kandidat war sehr angespannt. Inhaltlich stimme ich zum Beispiel der thematisierten nicht-Gleichstellung von hetero- und homosexueller Ehe nicht zu.

Von der DKP war nichts anderes zu erwarten. Aber immerhin wird die eigene Gewaltaffinität nicht sonderlich hinterm Berg gehalten. Mein großer Dank geht an den jungen Fragesteller aus Publikum. In dem Moment sagte ich nur „Ich liebe diesen Jungen! Genau die Frage hätte ich auch gestellt“.

Der Herr von der ddp war der erste wirklich sympathische Redner. So sehr ich ihm bei der Mehrwertsteuer zustimme, so wenig tue ich es bei Themen wie dem Bedingungslosen Grundeinkommen und der von ihm geschilderten stärkeren Besteuerung von Unternehmen mit weniger Beschäftigten. Unser Wohlstand basiert primär auf der Automatisierung, also der Einsparung von menschlicher Arbeit.

Enttäuscht war ich irgendwie von Die Freiheit. Man merkt, dass Herr Stadtkewitz bereits viel Erfahrung in der Politik hat, trotzdem hätte ich ihm rhetorisch mehr zugetraut. Man merkt auch, dass die letzten Libertären die Partei wohl verlassen haben und sich dort nur noch Etatisten befinden.

Der Kandidat von Pro Deutschland konnte aufgrund seiner langen Politikerfahrung mit Rhetorik glänzen. Er hatte absolut glatt geschliffene Sätze. Dies führte aber dazu, dass er wenig konkret wurde und wie ein Schleimsack einem immer wieder zwischen den Fingern wegglitt. Ob man aufgrund dieses Auftritts nun am 18. September bei pro Deutschland das Kreuz macht…

Aus der BIG Partei werde ich nicht so richtig schlau. Die Dame beschränkte sich zum Ende ihrer Redezeit doch zusehendst auf einstudierte Floskeln. Genaue Ziele werden nicht klar. Ihre penetrante Behauptung, dass der Islam ja per se Frauenfreundlich und Aufgeklärt sei nervt ebenso wie die penetrante Behauptung der Gegner, dass der Islam dies überhaupt nicht sei.

Das eigentlich High-Light war Martin Sonneborn. Kein anderer bekam so viel Applaus, kein anderer hat das Publikum so erheitert. Fürs Wahlprogramm empfehle ich noch ganz schnell das Feld des ehemaligen Flughafen Tempelhofs als Bombodrom zu nutzen!

Direkt danach folgte der zweite Spaßvogel der Sendung. Der Herr von der PSG, der niemals blinzelt! Wie auch beim Vertreter der DKP sieht man hier deutlich die Gewaltaffinität. Beeindruckend war nur, dass sein Repertoire aus ca. 20 Sätzen bestand, welche er immer wieder in anderer Reihenfolge zusammenfügte. Irgendein Konzept für Berlin hatte er nicht. Wie sollte man auch, wenn man die ganze Zeit von der Enteignung der Banken und der Vorbereitung der Weltrevolution träumt.

Geträumt hat wohl auch der Vertreter der ödp. Zumindest wirkte er die ganze Zeit nicht wirklich anwesend. Für Berlin hatte er auch kein wirkliches Konzept. Ebenso wenig wirkte er so, als wisse er wirklich die Hintergründe von dem was er da erzählt.

Auch ohne Konzept für Berlin war der Mann von der BüSo. (Mit Vertretern dieser Partei habe ich im übrigen an einem Wahlkampfstand mal diskutiert). Die Themen sind alles samt Bundesthemen.

Eine grund auf sympathische Person, war die Dame von der Tierschutzpartei. Sie war so sympathisch, dass die sogar jede Menge extra Redezeit bekommen hat.

Zum Schluss Udo Voigt von der NPD. Die Stimmung war sichtlich angespannt. Etwas schade, dass es eher um den Wahlkampf, um Anführungsstriche im Wahlprogramm und Rechenschaftsberichte ging. So wurde zwar über allerlei Mumpitz geredet, der anti-freiheitlichen Kern ihres Programms wurde jedoch nicht aufgedeckt.

Nun lasse ich die Sache auf mich wirken und Stelle fest: Allenfalls Die PARTEI und die Tierschutzpartei könnte ich wählen, müsste ich es. Merkwürdig mutet es an, dass es unter den Kleinparteien keine einzige gibt, welche libertär ist. Die meisten stehen mehr oder minder für die gleichen neo-sozialistischen Konzepte: BGE, Mieten begrenzen und kostenloser Nahverkehr.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Kurzgedanke zum Kopftuch

Wie kommt es eigentlich, dass das Tragen eines Kopftuchs als Religionsfreiheit definiert wird, bei Kritik an frauenunterdrückenden Elementen des Islams aber immer wieder behauptet wird, dass das Kopftuch nicht zum Islam gehöre?

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , | 3 Kommentare

Die Sache mit der Abtreibung

Ein immer wieder in allen Foren gern diskutiertes Thema ist die Abtreibung.  Inzwischen hängen viele mit Überzeugung der aktuellen Regelung, die eine Abtreibung bis zum dritten Monat legalisiert, an und reagieren mit Unverständnis bis Aggressionen wenn sich jemand gegen Abtreibung ausspricht. Ab diesem Punkt ist eine Diskussion meist geprägt von Denkabkürzungen.

Beliebt sind hierbei die Wiederholung von Parolen wie „Mein Bauch gehört mir“, die generelle Tabuisierung einer Kritik, in dem man diese als mittelalterlich darstellt, dem Kritiker eine Nähe zu dieser oder jener religösen Gruppe zu unterstellen oder die Behauptung, dass man als Mann darüber nicht zu urteilen habe.

Insbesondere die letzte Behauptung zeigt, in welche Richtung die Denkeweise der Beteiligten und leider insbesondere die des heutigen Feminismus geht. Ziel ist nicht mehr die erstrebenswerte Gleichberechtigung von Mann und Frau in ihren Rechten und Pflichten sondern die Ausweitung von Rechten, ohne Übernahme der Pflichten bei gleichzeitiger Beibehaltung und einem Zugewinn an Privilegien. Besonders deutlich wird dies an dem Umstand, dass die Mutter allein entscheiden darf ob sie abtreibt auch ohne es dem Vater des Kindes zu sagen, wenn sie sich für das Kind entscheidet allerdings Anspruch auf Unterhalt hat, wobei es für den Vater bedeutend schwieriger ist zumindest das geteilte Sorgerecht zu erhalten, er allerdings nicht heimlich einen Test machen darf um seine Vaterschaft zu überprüfen. Im übrigen bleibt es für die Mutter meist ohne Konsequenzen dem Vater sein Umgangs- und Sorgerecht zu verweigern.

Widmen wir uns also den gängigen Argumentationsmustern und untersuchen warum der einzig legitime Grund einer Abtreibung die Rettung des Lebens der Mutter ist.

Bezeichnung des Kindes als Zellhaufen

Als zentrale Frage wäre zunächst zu klären was ein Mensch ist bzw. ab wann man als Mensch gilt und damit die entsprechenden natürlichen und unnehmbaren Rechte auf Leben, Freiheit und Eigentum hat.

Hier können als einzige Basis naturwissenschaftliche Erkenntnisse dienen, durch die man in drei Schritten einfach feststellen kann ob es sich um ein menschliches Individuum handelt oder nicht.

Als erstes muss geklärt werden, ob es sich um Leben oder kein Leben handelt. Im Bezug auf unseren Planeten ist Leben meist ein auf Kohlenstoff basierendes System, welches die Fähigkeit der Selbstorganisation besitzt und darüber hinaus sich selbst reproduzieren kann.

Als nächstes muss festgestellt werden ob es sich um einem Menschen handelt oder nicht. Eine eindeutige Einordnung jeder Lebensform kann anhand von seiner DNS erfolgen.

Als drittes stellt sich die Frage wie ein Individuum identifiziert werden kann. Auch hier gibt die DNS eine Antwort, da diese bei jedem Menschen einzigartig ist. Eine Ausnahme bilden hier eineiigen Zwillinge, wo zwei Personen über die gleiche DNS verfügen. Von daher soll hier als weitere Kritierium hinzugenommen werden, dass die Systeme einen hinreichend unterscheidbaren Zustand haben sollen.

Auf Basis der oben genannten Kriterien ist festzustellen, dass im Moment der Befruchtung der Eizelle ein menschliches Individuum mit allen natürlichen Rechten entsteht.

Weitere Kriterien würden diesem System nur die Trennschärfe nehmen. Insbesondere können Dinge wie ein Bewusstsein nicht Teil der Kriterien sein, da allein als Erkenntnissen der Logik zweifelhaft ist, dass ein Mensch sichere Kriterien zur Erklärung des Bewusstseins aufstellen kann.  Darüber hinaus müsste solch ein Kriterium zu jedem Zeitpunkt des Lebens gelten, was es offentsichtlich nicht der Fall ist.

Es ist festzustellen, dass das Argument, dass es sich vor einem bestimmten Zeitpunkt nicht um ein menschliches Individuum handelt einzig und allein dazu dient einen Menschen als nicht-Menschen zu bezeichnen und damit seine Tötung zu legitimieren. Dieses Vorgehen war bereits in vielen Situation in der Vergangenheit zu beobachten.

Das Kind ist behindert

Diese Argumentation impliziert, dass man darüber die Entscheidung treffen kann, ob es für einen Menschen besser ist zu leben oder nicht. Anstatt aber nun Abtreibungsbefürworter die übliche Diskussionsreihen der Euthanasie oder Eugenik anzustoßen, die das Töten von Behinderten als Vorteilhaft für die Gemeinschaft ansehen, behauptet sie, man würde damit der getöteten Person einen gefallen tun, in dem man sie von ihrer qualvollen Existenz befreit.

Dies widerlegt sich allerdings sehr schnell wenn man mit behinderten Menschen zu tun hat. So sind z. B. die aller meisten Menschen mit Down-Syndrom denen ich begegnet bin sehr lebensfroh. Dies gilt für andere Behinderungen ebenfalls. Woher kommt also die Aggression die so stark anwächst, dass man das Kind töten will?

Die Eltern sind zu Jung, das Kind passt nicht in die Lebensplanung oder die Mutter wäre Alleinerziehen

Immer wieder wird behauptet, dass ein Kind einem die Lebensplanung zerstört. Man kann sicherlich nicht abstreiten, dass durch ein Kind nichts mehr wie vorher ist. Stimmt es jedoch, dass man sich hierdurch Chancen im Leben verbaut? Interessanter weise steigt mit einem geringen Einkommen mit jedem Kind das verfügbare Geld, da die Eltern in extremen Maße vom Staat bezuschusst werden.

Auch das Absolvieren einer Ausbildung und eines Studiums steht nicht im Widerspruch dazu Vater oder Mutter zu sein. Allerdings wird es durch das Kind zumindest nicht einfacher. Zeit, die man neben der Ausbildung als Freizeit hat stehen nicht mehr für das zur Verfügung, was man vorher als Freizeit definiert hat.

Hierdurch wird das Kind zum Störfaktor. Nun stellt sich aber die Frage warum es bei einem ungeborenen Kind in Ordnung ist es zu töten wenn man es als störend ansieht, es jedoch nicht in Ordnung sein soll einen älteren Menschen zu töten, wenn er stört. Warum soll man ein ungeborenes Kind wegen befürchteter finanzieller Nachteile töten können, aber nicht Personen die bereits geboren sind?

Auch dieses Argument zerbricht an seiner eigenen inneren Unlogik.

Schwanger durch eine Vergewaltigung

Im Falle einer Schwangerschaft durch eine Vergewaltigung gibt es drei Personen: Den Täter, das Opfer und das Kind.

Das Kind ist hierbei eine Folge des Verbrechens, jedoch keine beteiligte Person. Der Täter ist und bleibt der Täter. Nun stellt sich jedoch die Frage warum das Opfer zu einer Beratungsstelle gehen kann um dort einen Schein zu erhalten um das Kind töten zu lassen, aber nicht zu einer anderen Stelle gehen kann um sich dort einen Schein zu holen um den Vergewaltiger töten zu lassen.

Erstes wird interessanterweise als legitim, zweites als illegitim betrachtet. Da dem Opfer Gewalt angetan wurde und dies keine Gewalt gegen den Täter ausüben kann, ja sogar vom Staat dafür bestraft wird, ist die Tötung des Kindes als Ersatzhandlung zu verstehen. Dies ist emotional nachvollziehbar, was es aber nicht richtig macht.

Hier offenbart sich am deutlichsten worum es bei der Abtreibung in den meisten Fällen geht: Die Projektion von Aggressionen auf einen Menschen, der sich nicht dagegen wehren kann.

Dialektik

Interessant ist im Zusammenhang mit dem Thema Abtreibung die verwendete Dialektik. So wird die Tötung des ungeborenen Kindes als Recht definiert. Frauen die abtreiben werden darüber hinaus stets als Opfer definiert, was jedoch nur im Falle einer Abtreibung wirklich zutrifft. Ebenso wird oft behauptet Abtreibung sei notwendig, damit die Frau ein selbstbestimmtes Leben führen kann. Hier wird jedoch die linke Definition von Selbstbestimmtheit verwendet: Auf anderer Leute kosten selbst bestimmen.

Fazit

Es wurde gezeigt, dass gängige Argumentationen von Abtreibungsbefürwortern an ihrer inneren Unlogik scheitern. Das Ziel der Gleichberechtigung verträgt sich nicht mit der Behauptung, dass die Entscheidung über Leben oder Tod des Kindes einzig und allein bei der Mutter liegt. Darüber hinaus wurde auf naturwissenschaftlicher Basis gezeigt, dass es sich ab dem Zeitpunkt der Befruchtung um ein menschliches Individuum handelt, was im Besitz der Rechte Leben, Freiheit und Eigentum ist. Argumentationen die dies anzweifeln haben einzig und allein den Zweck einen Menschen als Nicht-Menschen zu definieren um die Tötung zu legitimieren. Weitere Begründungen wie Behinderung, Alter der Eltern, finanzielle Situation oder Vergewaltigung entpuppen sich als Projektion einer Aggression auf das Kind.

Was am Ende bleibt ist eine Abtreibung wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist. Dies ist legitim und allgemein Gesellschaftlich anerkannt.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 8 Kommentare

Plagiate bei den Jusos

Am 14. Juni 2011 erschien im Blog der Jusos ein Artikel, in dem sich die Beauftrage für „Frauen und Gleichstellung“ Elena Pieper darüber echauffierte, dass es die Presse doch tatsächlich wagen kann den freigesprochenen ehemaligen Wettermoderator Jörg Kachelmann als Opfer dazustellen. Zwar erfolgte am Ende eine Distanzierung davon, dass man irgendwie etwas gegen Rechtsstaatlichkeit und gegen die Unschuldsvermutung hätte, was jedoch beim Inhalt des Artikels wenig glaubhaft wirkte. Denn zwischen den Zeilen liest man ganz deutlich, dass nach Ansicht von Elena Pieper wohl jeder der eines Sexualverbrechens verdächtigt wird doch bitte so lange als schuldig zu gelten hat, bis dieser seine Unschuld bewiesen hat.

Eine interessante Wendung nahm die Sache allerdings als eine Kommentatorin Elena Pieper bat doch bitte etwas sorgfältiger bei der Kennzeichnung von Zitaten zu sein. Denn wie sich Anhand eines durch die Kommentatorin geposteten Links herausstellte war der Artikel im Blog der Jusos ein Plagiat eines Artikels vom 2. Juni 2011 aus dem Blog der, nach meiner Meinung totalitär-feministischen, Mädchenmannschaft e.V.

Als Reaktion fügte man bei den Jusos hastig einen Link ein, der sich über mehrere Sätze erstreckte. Heute wurde der Artikel komplett gelöscht und ist nur noch im Cache von Google abrufbar. Die Seite wurde allerdings als PDF gesichert und wird bei Bedarf hier hoch geladen.

In Anbetracht dessen, dass Elena Pieper Politikwissenschaften und Geschichte studiert und eine Promotion in diesen Bereichen nicht unüblich ist, sollte man schon mal vorsorglich die ein Elli-Plag Wiki anlegen um ihre Arbeiten zu überprüfen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 3 Kommentare